Die bewegte Kutschfahrt

Geschrieben von hochzeitssprueche.today am in Hochzeitsspiele

Je nach Land und Region sowie nach dem Geschmack von Brautleuten werden auf einer Hochzeitsfeier ganz unterschiedliche Hochzeitsspiele auf die Tagesordnung gesetzt. Ein Klassiker ist jedoch in vielen Fällen dabei: Es handelt sich dabei um die im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Kutschfahrt, bei der nicht nur das Brautpaar, sondern auch einige Hochzeitsgäste eine turbulente Fahrt erleben. Durch die Bewegung, die dieses Spiel charakterisiert, werden nicht nur die Beine der Teilnehmer strapaziert, sondern ganz besonders auch die Lachmuskeln der Zuschauer, die Zeuge eines bühnenreifen Schauspiels werden!


Was Sie für die Vorbereitung dieses Spiels benötigen:

  • im Idealfall eine kleine Bühne, ansonsten eine gut abgegrenzte Fläche im Raum, die von allen Zuschauern gut eingesehen werden kann. Wichtig: Es muss genügend Platz um die Spielanordnung herum geschaffen werden!
  • neun Stühle, die in Form einer Kutsche angeordnet sind: vier Stühle sind die Räder, zwei Stühle symbolisieren die zwei Plätze in der Kutsche, ein Stuhl ist der Sitz des Kutschers, zwei Stühle markieren die Pferde, die das Gefährt ziehen
  • ein vorbereiteter Spieltext, den der Moderator vorliest (Textbeispiel weiter unten!)
  • das Brautpaar und sieben Hochzeitsgäste
  • ein Moderator
  • eine Videokamera zur Aufzeichnung der kultigen Kutschfahrt

Der Spielablauf

Die Vorbereitung:

Braut und Bräutigam müssen in der Kutsche Platz nehmen und bekommen den Titel von Königin und König. Vier Gäste spielen die Räder, zwei die Pferde und einer den Kutscher.

Der Spielablauf:

Der Moderator liest nun eine humorvolle Geschichte über eine skurrile Kutschfahrt vor. Im Text kommen wiederholt die Wörter „Königin“, „König“, „Räder“, „Pferde“ und „Kutscher“ vor. Bei jeder Nennung müssen die betroffenen Personen aufstehen, möglichst zügig einmal um ihren Stuhl herumgehen und sich wieder setzen.

Wichtig: Der Moderator sollte das Lesen des Textes und das Spiel insgesamt unbedingt vorher ein paar Mal mit seiner Familie oder Freunden geübt haben. Nur so bekommt er das Gefühl für das richtige Tempo und Timing (Pausen!) beim Lesen, was das Spiel für Beteiligte und Publikum so lustig macht.


Der Text:

Vor langer Zeit und in einem fernen Land lebten einmal eine bezaubernde Königin und ein gut aussehender König – ein König, der sehr beliebt in seinem Reich war. Immer, wenn der König und die Königin ihren treuen Kutscher baten, mit der Kutsche eine kleine Fahrt vom Schloss durch das Reich zu machen, winkten die Untertanen vor allem der reizenden Königin und den wunderschönen Pferden zu.

Die Pferde liebten ihren Kutscher. Er war nicht irgendein Kutscher, sondern ein begnadeter Kutscher. Ein Kutscher, der für seine Pferde immer ein paar Leckerli in der Tasche unter den beiden hinteren Rädern hatte.

Eines Tages – die Königin hatte (unbemerkt vom König) dem Kutscher einmal wieder einen strahlenden Blick zugeworfen – ruckelte die Kutsche an ihren Rädern und die Pferde scheuten. „Mein König, mein König – lieber König!“, rief der Kutscher besorgt aus. Ich glaube, das rechte vordere Rad ist gebrochen.“ Der König, er war ein sehr fürsorglicher König, überzeugte sich erst davon, dass mit der Königin, dem Kutscher und den Pferden alles in Ordnung war. Gerade Pferde sind ja anfällig für Verletzungen. Doch den Pferden ging es ausgezeichnet.

„Kutscher, Kutscher – da bist du vielleicht zu schnell gefahren“, mahnte der König. Der Kutscher senkte die Augen vor dem eindringlichen Blick der Königin und stieg von der Kutsche, um das rechte Vorderrad zu inspizieren. Alles in Ordnung – genauso wie am linken Vorderrad. „Sieh doch gleich einmal nach den beiden Hinterrädern“, bat der König den Kutscher. Am linken Hinterrad fand der Kutscher tatsächlich etwas: Ein Stück Schal der Kleidung der Königin hatte sich im linken Hinterrad verfangen. Die umsichtigen Pferde hatten von alleine angehalten, um ihren König und die Königin zu schützen. Was für großartige Pferde, dachte der Kutscher bei sich.

Mit leicht erröteten Wangen gab der Kutscher der Königin ihren Schal zurück. Dann wendete der Kutscher die Pferde, um den König und die Königin sicher nach Hause ins malerische Schloss zu bringen. „Oh, Kutscher, mein Kutscher, wie sicher du und deine Pferde uns zurückgebracht haben, hauchte die dankbare Königin unter den eifersüchtigen Blicken des Königs dem Kutscher ins Ohr. Dieser beeilte sich, die Pferde zu füttern und nach dem Füttern der Pferde vom linken Vorderrad bis zum rechten Hinterrad noch einmal alle Räder genau zu überprüfen.

Was für ein aufregender Tag für die Königin und den König, den Kutscher, die Pferde und die Kutsche mit ihren Rädern, die nun wieder an ihrem Platz vor dem Schloss des Königs und der Königin stand. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute!


Warum das Spiel so viel Freude macht

Für die Kutschenbesatzung ist es total lustig, gebannt der Geschichte zuzuhören, weil sie ja immer auf dem Sprung sein muss. Zudem kommt es häufig vor, dass mehrere Teilnehmer gleichzeitig um ihren Stuhl laufen müssen oder ein Mitspieler gleich mehrere Male hintereinander.

Das Publikum hat einen Heidenspaß am heillosen Durcheinander rund um die Kutsche – und vor allem daran, dass immer wieder ein Mitspieler seinen Einsatz nicht merkt und erst dann wie von der Tarantel gesprochen aufspringt, wenn er vom Moderator, seinen Mitspielern oder dem Publikum darauf aufmerksam gemacht wird.


Mögliche Abwandlungen des Hochzeitsspiels:

In die lustige Kutschfahrt können durchaus auch die Gäste miteinbezogen werden. So kann eine Saalhälfte gebeten werden, mit entsprechenden Geräuschen einen in die Story eingebauten Wind zu simulieren, die andere Hälfte, den Applaus der begeisterten Untertanen bei der Fahrt durchs Dorf darzustellen.

Auch ist es möglich, Mitspieler, die ihren Einsatz verpassen, zu bestrafen – zum Beispiel mit einem Schnaps, der auf einen Zug in die Kehle gekippt werden muss.

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Erkennst du mich?

Geschrieben von hochzeitssprueche.today am in Hochzeitsspiele

Viele Paare – egal sie gerade erst getraut worden sind oder schon Jahrzehnte miteinander verheiratet sind, rühmen sich, den anderen blind erkennen zu können. Den Spruch „ihre/seine Stimme würde ich unter Tausenden erkennen“ glauben wir ja noch. Doch wie ist es mit bestimmten Körperteilen oder der Art, den anderen anzufassen? – „Erkennst du mich?“ ist ein humorvolles Hochzeitsspiel, dass sowohl den Teilnehmern als auch den Zuschauern Vergnügen bereitet und mit ein paar gekonnten Tricks der Organisatoren für jede Menge Gelächter im Publikum sorgen wird.


Was Sie für die Vorbereitung dieses Spiels benötigen:

  • eine Bühne oder gut einsehbare Fläche, damit alle etwas sehen
  • fünf Stühle
  • fünf große rote Herzen aus Pappe mit Nummern von 1 bis 5
  • ein Tuch oder breites Band zum Verbinden der Augen
  • einen knallroten Lippenstift
  • zwei Kochlöffel
  • pro Spiel fünf Freiwillige aus dem Publikum
  • Moderator
  • Kamera zum Filmen des Spiels


Der Spielablauf


Der Einstieg:

Der Moderator erklärt dem Brautpaar, dass es bei diesem Spiel darum gehen wird zu überprüfen, ob die beiden vor der Hochzeit den Körper des anderen auch gründlich genug kennengelernt haben, um ihn unter anderen zu erkennen. In drei Runden gibt es für das Erkennen des Partners jeweils einen Punkt. Wer verliert, muss dem frisch angetrauten Ehepartner einen Dienst erweisen, der schon im Vorfeld des Spiels festgelegt wird. Der Moderator und die Trauzeugen, die das Paar gut kennen, passen auf, dass es sich dabei um einen Einsatz handelt, der für Braut beziehungsweise Bräutigam schon eine gewisse Überwindung bedeutet, wie zum Beispiel das morgendliche Freikratzen des Autos im Winter durch einen Langschläfer.

Runde 1:

Der Braut werden die Augen verbunden. Der Moderator prüft noch einmal nach, ob sie auch wirklich nichts sehen kann, und ruft danach die fünf Kandidaten – den Bräutigam und vier weitere Hochzeitsgäste – auf die Bühne. Nun bekommt die Braut in jede Hand einen Kochlöffel gesteckt – sie muss die fünf Kandidaten, die mit ihren Nummernherzen vor ihr stehen, mit Kochlöffeln betasten, um auf diese Weise herauszufinden, wer ihr Angetrauter ist. Für jeden Kandidaten hat sie eine bestimmte Zeit, die vom Moderator überwacht wird. Wenn sich die Braut entschieden hat und eine Zahl nennt, darf sie die Binde abnehmen, um zu sehen, ob sie richtig lag und wen sie sonst noch alles mit den Kochlöffeln abgetastet hat. Nun wird gewechselt.

Runde 2:

In der zweiten Runde gibt es echten Körperkontakt: Die Bräutigam setzt sich mit verbundenen Augen und einem bloßen Unterarm (ein Brauthandschuh muss ausgezogen, ein langärmeliges Brautkleid zurückgeschoben werden) auf einen Stuhl. Jeder der fünf Kandidaten setzt sich ihr für eine bestimmte Zeit gegenüber und streichelt ihre Hand und den Unterarm. An seinem Gefühl und der Streicheltechnik soll die Braut ihren Mann erkennen. Nach dem Durchgang nennt die Braut wieder die Nummer, die sie für ihren Mann hält. Anschließend erfolgt wieder der Wechsel – der Bräutigam muss raten!

Runde 3:

In diese Runde werden zwei kleine Scherze eingebaut, um den Spaß für das Publikum zu erhöhen. Bevor die Braut das Tuch für die Augen umgelegt bekommt, sieht sie fünf Stühle (die in relativ weitem Anstand zueinander stehen). Ihre Aufgabe in diesem Spieldurchgang ist es, ihren Mann durch Abtasten der Waden zu erkennen. Was sie nicht ahnt: Es kommen nur zwei Männer barfuß auf die Bühne. Während ihr Ehemann seinen festen Platz auf einem Stuhl behält, schleicht der andere von Stuhl zu Stuhl mit, während die „blinde“ Braut zum nächsten geführt wird. So betastet die Braut einmal die Waden ihres Mannes und gleich vier Mal die Waden eines anderen.

Auch für den Bräutigam wird in der letzten Runde ein Scherz vorbereitet: Er nimmt auf einem Stuhl Platz und soll seine Frau unter denen erkennen, die ihm ein liebevolles Küsschen auf die Wange oder die Stirn geben. Was er nicht ahnt: Alle Kandidatinnen haben dick einen roten Lippenstift aufgetragen, was zu einer kleinen „Kriegsbemalung“ im Gesicht des Bräutigams führt. Wann er dies bemerkt, hängt vom Zufall oder einem Tipp von seiner Liebsten oder einem Trauzeugen ab.


Warum das Spiel so viel Freude macht:

Für die Zuschauer ist es lustig mitanzusehen, wie ein Partner trotz aller Liebe und gemeinsam verbrachter Jahre seinen Schatz auf Anhieb vielleicht nicht erkennt. Beim Betasten des ganzen Körpers mit den Kochlöffeln kann man zudem auch einmal in heikle Regionen kommen, was besonders witzig ist, wenn es sich nicht um den Partner handelt. Für Gelächter sorgt es auch, wenn sich unter den Kandidaten das falsche Geschlecht eingeschlichen hat – also zum Beispiel, wenn in der Kussrunde der Bräutigam auch von einem Mann mit Lippenstift geküsst wird oder wenn die Braut mit den Kochlöffeln einen weiblichen Körper betastet.

Mit der liebenswerten Art und Weise, das Brautpaar in der letzten Runde ein bisschen auf den Arm zu nehmen, kann die Stimmung im Saal zusätzlich gesteigert werden. Das Gelächter der Hochzeitsgäste wirkt sich natürlich auch auf das Brautpaar aus, das durch die verbundenen Augen gar nicht einschätzen kann, was es denn plötzlich so zu lachen gibt.


Inspirationen für den Einsatz des unterlegenen Ehepartners:

Die „Strafe“ richtet sich natürlich besonders nach den Dingen, die einer der beiden Brautleute überhaupt nicht gerne macht. Lustig wird es immer, wenn der Vorschlag für die Bestrafung vom grinsenden Ehepartner kommt.

Ein paar Beispiele:

  • ein Morgenmuffel muss eine Woche lang das Frühstück machen
  • Einsatz als Chauffeur/in beim Mädels- oder Männerabend, damit das Herzblatt mit den Freunden / Freundinnen tüchtig einen heben kann
  • Männer müssen mit ins Kino, um einen Liebesfilm anzusehen, Frauen mit ins Fußballstadion oder zum Eishockey


Mögliche Abwandlung des Hochzeitsspiels:

Um zu beweisen, dass man sich nach vielen Jahren besonders gut kennt, dürfen auch die Eltern von Braut und Bräutigam die einzelnen Tests absolvieren!

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